Die Werkstattarbeit als eine Form Offenen Unterrichts
Werkstattarbeit ist eine Form des Offenen Unterrichts. Es ist das Prinzip „Öffnung des Unterrichts“ von der Konzeption „Offener Unterricht“ zu unterscheiden. Der Offene Unterricht wurde zunächst in den 70er Jahren als Reaktion auf den lehrerzentrierten Frontalunterricht entworfen. Nach Knauf ist es bis heute aber „weder gelungen diesen Terminus mit einer eindeutigen Definition zu belegen, noch ein einheitliches Konzept […] zu erarbeiten“ (Knauf 2001, S. 102). Jank und Meyer verstehen Offenen Unterricht nicht als ein Konzept sondern als eine neue Unterrichtskultur (vgl. Gonschorek 2002, S. 172). Öffnung von Unterricht kann auf fünf Dimensionen bezogen werden: Öffnung der Organisationsformen, inhaltliche Öffnung, kognitive Öffnung, Öffnung im sozio-emotionalen Bereich und Öffnung der Schule nach außen.
Was ist eine Werkstattarbeit?
Kennzeichen der Werkstattarbeit
Werkstattarbeit wird auch als Werkstattunterricht, Werkstattlernen oder Lernwerkstatt bezeichnet und ist eine junge Form des Offenen Unterrichts. Sie hat Parallelen zum Stationenlernen, geht aber auf Entwicklungen der 80er Jahre im englischsprachigen Raum, sowie in der Schweiz zurück. Bedeutend waren hier Autoren wie Züricher/Schär und Reichen (vgl. Knauf 2001, 144f). Nach Knauf ist die Werkstattarbeit gekennzeichnet durch konkretes Tun, Machen und Handeln welches den Lernprozess fördert und zu einem intensiven Lernen führt. Ein weiteres Kennzeichen für eine Werkstattarbeit ist eine aktivierende Lernumgebung. Dies sollte vielfältige Materialien und Geräte, Werkzeuge und Bücher enthalten. Im Klassenraum können verschiedenen Bereich eingerichtet werden. Dies können eine Leseecke, Kreativecke, Druckerei, Spielecke, Sachecke, Infoecke oder eine Ruhezone sein (Knauf 2001, S. 145).
Den Lernern werden Pflicht-, Wahl- und Zusatzaufgaben angeboten, dabei sollte der Anteil der freiwilligen Aufgaben überwiegen. Diese sollten aus unterschiedlichen Fächern stammen. Die Schüler entscheiden sich relativ frei zwischen den einzelnen Aufgaben. Die Angebote sollten Wechsel in der Sozialform ermöglichen. Die Arbeit kann am Sitzplatz oder in den thematischen Ecken erfolgen. Die Frequenz der Werkstattarbeit liegt in der Regeln bei ein- bis zweimal in der Woche. Ein wichtiger Aspekt dieser Methode ist die Selbstkontrolle. Die Schüler heften ihre Arbeitsergebnisse selbst in einer Werkmappe (Arbeitsportfolio) ab, oder sie dokumentieren ihren Arbeitsfortschritt auf Arbeitskarten. Ergebnisse sollten am Ende der Stunde präsentiert werden (vgl. Knauf 2001).
Als Strukturierungshilfe kann ein Wandplakat dienen. Des Weiteren kann ein Experten- und Helfersystem etabliert werden.
Züricher (in Kauf 2001) unterscheidet zwei Arten von Werkstätten: Die Erfahrungswerkstatt, in der gesammelt oder experimentiert wird und die Fertigkeitswerkstatt. Hier werden Fertigkeiten geübt oder angewendet.
Ablauf der Werkstattarbeit
Werkstattarbeit im Unterricht
Die Startphase zu Beginn einer Werkstattarbeit sollte kurz und prägnant sein. Die Kinder müssen hier alle relevanten Inhalte, Stationen und Strukturierungshilfen gezeigt bekommen. Der Umfang muss so gewählt sein, dass die Kinder diese auch behalten können. Die Werkstatt kann durch kurze Besprechungen, Bewegungsspiele, Gesang oder Entspannungsübungen unterbrochen werden. Am Ende der Werkstattzeiten soll eine Präsentation der Ergebnisse oder eine Besprechung von Problemen erfolgen.